
Reg.Rat ADir. i.R. Willibald Maurer (Jg. 1926) ist heute einer der wichtigsten Botaniker der Steiermark, ein Autodidakt, der wohl als „Amateur" im besten Sinne bezeichnet werden darf. Von seinem breiten Interesse an der heimischen Flora zeugen viele Publikationen, eine ganze Anzahl davon auch über heimische Kryptogamen (Moose, Flechten, Pilze). Seine bedeutendsten Leistungen erbringt W. Maurer jedoch auf dem Gebiet unserer Farn- und Blütenpflanzen. Er ist z. B. ein Kenner der schwierigen Gattung Rubus (Brombeere), aus der er auch eine Anzahl von Arten neu beschrieben hat. Seine Beiträge zur Erfassung der Gefäßpflanzen-Flora der Steiermark sind unschätzbar, er leistete wohl den größten Beitrag zur Rasterkartierung.
Für den letzten Teil seiner Flora der Steiermark (Band II/2, Einkeimblättrige Pflanzen) hat der Autor eine Anzahl von Spezialisten als zusätzliche Mitarbeiter gewonnen. Mit ihrer Hilfe sollte Band II/2 bald fertiggestellt sein und im Laufe des nächsten Jahres erscheinen.
Zur neuen Flora der Steiermark
Hier entsteht die erste umfassende Farn- und Blütenpflanzen-Flora des Landes Steiermark (Österreich) seit der umfangreichen Flora von Steiermark von August von Hayek (publiziert 1908-1911, 1911-1914, der letzte Teil posthum 1956). Im Unterschied zu dieser klassischen Vorgängerin wendet sich die neue Flora der Steiermark von W. Maurer nicht nur an einen wissenschaftlich vorbelasteten Leserkreis, sondern auch an alle anderen Freunde wildwachsender Pflanzen der Steiermark. Deshalb ist sein Werk nicht als komprimierte, unter anderem auch für die Geländearbeit vorgesehene „Exkursionsflora", auch nicht als vielbändiges Opus im Stil älterer Florenwerke, sondern als schlankes Handbuch in zwei Bänden konzipiert (der zweite Band erscheint allerdings in zwei Teilen, II/1 und II/2). Aus den verschiedenen Nachbargebieten der Steiermark wurden besonders Pflanzenarten floristisch interessanter Gebiete in Unterkärnten sowie im Süd- und Mittel-Burgenland berücksichtigt.
Heimische und eingebürgerte Pflanzenarten werden ausgeschlüsselt, zahlreiche Kulturpflanzen und verwildernde Arten werden vor allem in Form von Anmerkungen behandelt.
Folgende Angaben finden sich bei den ausgeschlüsselten Arten: Diagnostische morphologische Merkmale, Ökologie des Vorkommens (z. B. Blühmonate, Substrat, Pflanzengemeinschaft, Höhenstufen, Häufigkeit, Grad der Einbürgerung), bei selteneren oder weniger weit verbreiteten Arten auch genauere Information über das Vorkommen in der Steiermark (bei Gebirgspflanzen z. B. die betreffenden Bergketten oder Massive, bei Pflanzen der tieferen Lagen z. B. der Name der nächsten Ortschaft) sowie nicht zuletzt auch der Gefährdungsgrad.
Der Abbildungsteil mit den Farbfotos befindet sich am Ende des Buches. Dort ist ein großer Teil der Arten vertreten, fast durchwegs in derselben Reihenfolge wie im Textteil. Abbildungen anderer Arten sind im Textteil auf den ganzseitigen Tafeln mit Strichzeichnungen zu finden, welche Frau Renate Höllriegl vorbildlich gestaltet hat.
Eine umfangreiche, ebenfalls zu ganzseitigen Tafeln zusammengestellte Auswahl von bisher 261 Rasterkarten zeigt die Verbreitung arealkundlich interessanter Arten in der Steiermark. Die dafür verwendeten Daten aus dem Langzeitprojekt der floristischen Kartierung der Farn- und Blütenpflanzen der Steiermark wurden vor der Aufnahme in die Flora der Steiermark kritisch überprüft und damit enscheidend aufgewertet.
Der folgende Ausschnitt aus der Familie der Primelgewächse mit den Gattungen Cortusa und Soldanella (Band II/1) soll als Beispiel dienen.
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